Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Theodoros II. Dukas Laskaris

Theodoros II. Dukas Laskaris, byzantinischer Kaiserin Nikaia 1254-1258, * Nikaia 1222, † ebd. August 1258.

Leben

Der einzige Sohn des Kaisers Johannes III. Dukas Vatatzes und der Irene Dukaina Komnene, der Tochter des Kaisers Theodoros I. Laskaris, wurde Ende 1254 vom Patriarchen Arsenios Autoreianos gekrönt. Unter der Regentschaft dieses hochgelehrten, aber an schwerer Epilepsie leidenden Mannes - er war Schüler des Nikephoros Blemmydes und des Georgios Akropolites - wurde Nikaia zu einem Zentrum der Wissenschaften. Außenpolitisch gelang es Th., das Erbe seines Vaters gegenüber den Feinden abzusichern: Das Sultanat von Ikonion suchte selbst in Nikaia vor den Mongolen Schutz, und auf der Balkanhalbinsel wurde der Bulgarenzar Michael Äsen von Th. besiegt und mußte die 1255 besetzten Gebiete in Thrakien und Makedonien im Mai 1256 zurückgeben. Der Sturz des Zaren und innere Wirren in Bulgarien ermöglichten Th. 1258 einen Freundschaftsvertrag mit Bulgarien; Konstantin Tich erhielt seine Tochter Irene zur Frau. Ein ähnliches Bündnis hatte 1235 zur Heirat Th.’ mit Helene, derTochter des Bulgarenzaren Ivan Äsen II. geführt; dieser Ehe entstammten fünf Kinder: Johannes IV. Dukas Laskaris, Irene, Theodora, Eudokia und Maria, deren Heirat mit Nikephoros I. von Epiros (dem Sohn des Despoten Michael II. Angelos) im Oktober 1256 die angespannte Situation gegenüber dem epirotischen Reich noch verschärfte, da Th. als Gegenleistung für dieses Ehebündnis Durazzo und Servia bekam. 1257 startete Michael II. eine Kampagne gegen Thessalonike, die Th. mehrere Niederlagen gegen seine Rivalen in Griechenland - 1258 bildete sich die Allianz von Michael IL, Manfred von Sizilien und Wilhelm II. Villehardouin von Achaia - bescherte. Innenpolitisch machte ihm der Versuch, seine Staatsphilosophie in die Realität umzusetzen, seine adelsfeindliche Politik, die Mächtigen im Reich zu Feinden, was nach seinem Tode im August 1258 zum Sturz der Laskaris-Dynastie führte. Th. wurde im Sosandron-Kloster bei Magnesia bestattet.
Sein umfangreiches Werk als Gelehrter widmete er - neben zahlreichen Hymnen, Briefen und Reden von historischer Relevanz - theologischen, ethischen und naturphilosophischen Problemen.

Literatur

Dräseke, Johannes: Theodoros Laskaris. In: Byzant. Z. 3 (1894) 498-515.
Pappadopoulos, Jean B.: Théodore II Lascaris, empereur de Nicée. Paris 1908.
Gardner, Alice: The Lascarids of Nicaea. London 1912 (Neudruck Amsterdam 1964), 197-233, 284-290 (mit Bibliographie).
Nicol, Donald M.: The Despotate of Epiros. Oxford 1957, 158-163.
Moravcsik: Bd 1, 521-522 (mit Bibliographie).
Hunger, Herbert: Von Wissenschaft und Kunst der frühen Palaiologenzeit. In: Jb. Österr. Byzant. Ges. 8 (1959) 123-155.
Beck: S. 673-675 (mit Bibliographie).
Ostrogorsky: S. 367-369 (mit Bibliographie).
Astruc, Charles: La tradition manuscrite des œuvres oratoires profanes de Théodore II Lascaris. In: Travaux et Mémoires 1 (1965) 393-404.
Nicol, Donald M.: The Greek and Latin Empires, 1204-61. In: The Cambridge Medieval History. Vol. IV: The Byzantine Empire. Part I: Byzantium and its neighbours. Cambridge 1966, 321-324 (mit Bibliographie).
Polemis, Demetrios I.: The Doukai. A contribution to Byzantine prosopography. London 1968, 109-111.

Verfasser

Rainer Walther (GND: 119004585)

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Empfohlene Zitierweise: Rainer Walther, Theodoros II. Dukas Laskaris, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 4. Hgg. Mathias Bernath / Karl Nehring. München 1981, S. 300-301 [Onlineausgabe]; URL: https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=1766, abgerufen am: (Abrufdatum)

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