Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Konstantin Asen

 Konstantin Asen (Konstantin Tich), bulgarischer Zar 1257-1277.

Leben

 Mit dem Tode des Zaren Kaliman II. im Jahre 1257 war die männliche Linie der Aseniden ausgestorben. Die bulgarischen Boljaren wählten aus ihrer Mitte Konstantin Tich, einen Verwandten des serbischen Königshauses, dessen Besitztümer in der Gegend von Skopje lagen, zum neuen Zaren. K. ließ sich sogleich von seiner Frau scheiden und heiratete Irene, die Tochter des nikäischen Herrschers Theodoros II. Laskaris und Enkelin Asens II. Durch die Hinzufügung des Beinamens Asen sollte die Kontinuität der Asenidendynastie unterstrichen werden. Die zwanzigjährige Regierungszeit des K. war geprägt von militärischen Auseinandersetzungen mit den Ungarn, Byzantinern und Tataren und von innenpolitischen Unruhen. In wechselvollen Kämpfen verlor Bulgarien große Teile im Nordwesten an Ungarn. Als „bulgarischer Zar“ regierte hier Jakov Svetoslav, ein Boljare russischer Herkunft, der zunächst ungarischer Vasall war, sich später aber unabhängig machen konnte. Die Rückeroberung Konstantinopels durch die Byzantiner im Jahre 1261 hatte auch Auswirkungen auf Bulgarien. Die Erbfeindschafl zwischen Bulgaren und Byzantinern brach von neuem aus. Bulgarien verlor wichtige Hafenstädte und die Stadt Plovdiv. Zu ihrer Rückeroberung wurde ein Bündnis mit den Tataren geschlossen, das den Bulgaren jedoch keinen Gewinn einbrachte. Im Jahre 1269 starb Irene, und K. ehelichte Maria, eine Nichte des byzantinischen Kaisers Michael VIII. Palaiologos. Als Mitgift wurden ihr die 1263 eroberten Städte Mesembria und Anchialo versprochen, aber erst Jahre später übergeben. Auf die Entsendung bulgarischer Abgeordneter zum König von Neapel, Karl von Anjou, reagierte Michael VIII. mit einem Bündnis mit den Tataren, die plündernd in Nordbulgarien einfielen. K.s Krankheit - er hatte sich beim Sturz vom Pferd den Fuß verletzt - führte dazu, daß sich seine intrigante Frau immer stärker in die Politik einmischte. 1273 ließ sie ihren minderjährigen Sohn Michail zum Thronfolger krönen. Zwei Jahre später wurde ihr Nebenbuhler Jakov Svetoslav vergiftet, nachdem ihn Maria in einer feierlichen Zeremonie in Tŭrnovo adoptiert hatte. 1277 brach in Nordostbulgarien der Aufstand Ivajlos aus, der zu einer ernsten Staatsgefahr wurde. K. zog trotz seiner Verletzung im Herbst desselben Jahres gegen Ivajlo und wurde in der Schlacht ermordet.

Literatur

Slatarski, W. N.: Geschichte der Bulgaren. T. 1. Leipzig 1918.
Nikov, Petŭr: Bŭlgaroungarski otnošenija ot 1257-1277 g. In: Sborn. Bŭlg. Akad. Nauk. 11 (1919) 1-220.
Zlatarski: Bd 3.
Istorija: Bd 1.  

Verfasser

Detlef Kulman (GND: 128703393)

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Empfohlene Zitierweise: Detlef Kulman, Konstantin Asen, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 2. Hgg. Mathias Bernath / Felix von Schroeder. München 1976, S. 455-456 [Onlineausgabe]; URL: https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=1164, abgerufen am: (Abrufdatum)

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