Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Hacı Ilbeği

Hacı Ilbeği, osmanischer Heerführer, † 1363.

Leben

H. soll den osmanischen Quellen zufolge aus Balıkesir stammen. Bevor er in osmanische Dienste trat, war er Wesir des Fürsten von Karası, dessen Gebiet im Westen an das osmanische Territorium in Kleinasien grenzte. 1336/37 soll H. in den Dienst der Osmanen getreten sein. An der Seite Süleyman Paschas, des Bruders Murads I., beteiligte er sich als Truppenführer an den ersten Eroberungen der Osmanen in Europa und er gehörte später neben Lala Şahin Pascha und Evrenoz Bey zu den erfolgreichsten Kommandanten im Heere Murads I. Mit seinen Einheiten eroberte er auf dem linken Flügel des osmanischen Heeres, gemeinsam mit den Truppen Evrenoz Beys, in Thrakien die Städte Malkara, Keşan, Ipsala und Dimetoka. Unter dem Kommando Lala Şahin Paschas beteiligte sich H. an der Eroberung Edirnes 1361 und an den Unternehmungen des osmanischen Heeres gegen Bulgarien.
Durch die Siege der Osmanen in Thrakien und auf dem Balkan beunruhigt, rief Papst Urban V. zum zweiten Kreuzzug gegen die Türken auf. Unter diesem Aufruf kam es zum Bündnis zwischen den Herrschern von Ungarn, Serbien, Bosnien und der Walachei, die alle die Grenzen ihrer Länder durch die vordringenden Osmanen ernstlich bedroht sahen. Das Heer der Verbündeten war noch zwei Tagmärsche von Edirne entfernt, und Lala Şahin, der Kommandierende der osmanischen Truppen in Rumeli, erwartete bereits die Niederlage seiner Truppen, da mit einer rechtzeitigen Hilfe von Murad I. aus Bursa nicht zu rechnen war. H. wurde mit einer im Verhältnis zum Feind geringen Truppe gegen die Kreuzfahrer abkommandiert. In einem Nachtangriff gelang es ihm, das gesamte Heer der Verbündeten in die Flucht zu schlagen und die Gefahr abzuwenden (1363). Dieser Erfolg soll den Neid Lala Şahins so herausgefordert haben, daß er H. durch Gift beseitigte.

Literatur

Hammer: Bd 1.
Zinkeisen: Bd 1.
Ṯurejjā, Meḥmed: Siğill-i ‘Oṯmānī. Bd 1. Istanbul 1307 (1889/90).
Uzunçarşılı, I. H.: Osmanlı Tarihi. Bd 1. Ankara 1947.
Kreutei, Richard F.: Vom Hirtenzelt zur Hohen Pforte. Graz, Wien, Köln 1959. = Osmanische Geschichtsschreiber. 3.

GND: 1125568410

Weiterführende Information (Deutsche Biographie): https://www.deutsche-biographie.de/pnd1125568410.html


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Empfohlene Zitierweise: Anton Cornelius Schaendlinger, Hacı Ilbeği, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 2. Hgg. Mathias Bernath / Felix von Schroeder. München 1976, S. 109-110 [Onlineausgabe]; URL: https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=922, abgerufen am: (Abrufdatum)

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