Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Esterházy, Miklós Fürst

Esterházy, Nikolaus (Miklós) Fürst, kaiserlicher Feldzeugmeister, * Wien 12.12.1765, † Como 25.11.1833, Sohn von Paul Anton E. († 1794) und Enkel von Nikolaus Joseph E. († 1790).

Leben

Als Oberstleutnant nahm E. 1790 am Feldzug gegen die Türken teil und wurde 1791 zum Kapitän der adeligen Leibgarde, 1794 zum Oberst und 1796 zum General ernannt. Auf eigene Kosten rüstete er 1797 für den Krieg gegen Frankreich 1000 Freiwillige aus und bekleidete 1797-1800 das Amt eines der vier ungarischen Insurrektions-Distrikt-Generale. Im Jahre 1803 wurde E. zum Feldmarschalleutnant und 1817 zum Feldzeugmeister befördert. Neben seiner militärischen Laufbahn war E. wiederholt mit diplomatischen Missionen betraut und 1792 Wahlbotschafter in Frankfurt. Als Napoleon 1809 die Ungarn zum Abfall vom Hause Habsburg aufrief, soll er an E. als Kandidat für die ungarische Krone gedacht haben.
In Eisenstadt ließ E. durch Charles Moreau die Gartenfront des Schlosses im klassizistischen Stil erneuern und den französischen Park in einen englischen Garten verwandeln. Im Auftrag des Fürsten schuf Antonio Canova (1805) die Statue der Fürstin Leopoldine Liechtenstein, geb. Esterházy. 1814 kaufte E. das Kaunitzpalais in Mariahilf, in dem er seine berühmte Gemäldegalerie aufstellte, die sein Sohn Paul Anton (1786-1866) 1865 nach Pest in das neu errichtete Akademiegebäude bringen ließ. E.s Erbe Miklós E. verkaufte 1871 für 1,3 Millionen Gulden die Galerie an den ungarischen Staat, die danach in der ungarischen Nationalgalerie aufgegangen ist. In die Musikgeschichte ging E. durch seine Unterstützung für Joseph Haydn und Johann Nepomuk Hummel sowie durch seinen Auftrag für die C-Dur-Messe von Ludwig van Beethoven ein. E.s Kunstliebe und Mäzenatentum führten zu großer Verschuldung und zur Zwangsverwaltung, die ihn auf eine Jahresrente von 80 000 Gulden beschränkte. Die von seinem Sohn Paul Anton beim Antritt des Majorats mit Amschel Meyer Rothschild in Frankfurt abgeschlossene Anleihe erleichterte nur teilweise die Schuldenlast.

Literatur

Eszterházy, János: Az Eszterházy család és oldalágainak leírása. Budapest 1901.
Meller, Simon: Az Esterházy-képtár története. Budapest 1915.

Verfasser

Heinrich Benedikt (GND: 11850892X)

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Empfohlene Zitierweise: Heinrich Benedikt, Esterházy, Miklós Fürst, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 1. Hgg. Mathias Bernath / Felix von Schroeder. München 1974, S. 470-471 [Onlineausgabe]; URL: https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=785, abgerufen am: (Abrufdatum)

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