Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

Domanovszky, Sándor
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Domanovszky, Sándor

Domanovszky, Sándor, ungarischer Historiker, * Hermannstadt 27.05.1877, † Budapest 30.04.1955.

Leben

Als Sohn eines Professors an der ungarischen Rechtsakademie in Hermannstadt besuchte D. das dortige Gymnasium und studierte danach an der Universität Budapest. Sein Studium schloß er 1899 mit der Lehramtsprüfung und dem Doktorat ab. Bis 1904 unterrichtete er an der Oberrealschule in Preßburg und setzte bis 1914 sein Lehramt an der Handelsakademie in Budapest fort. Nach seiner Habilitation wurde D. Privatdozent an der Universität Budapest für die Geschichte der Arpadenzeit und 1914 ordentlicher Professor für ungarische Kulturgeschichte. Im Jahre 1935 entsandte ihn die Universität Budapest als Repräsentant der philosophischen Fakultät in das Oberhaus. Bereits 1915 wurde er korrespondierendes Mitglied der ungarischen Akademie der Wissenschaften, 1926 ordentliches Mitglied, 1933 Mitglied des Redaktionsrates, 1940 Ehrenmitglied und 1948 „beratendes Mitglied“. Daneben gehörte er als korrespondierendes Mitglied der polnischen (1932) und der österreichischen Akademie der Wissenschaften (1941) sowie dem „Comité International des Sciences Historiques“ (1928) an. In der Zeit von 1913 bis 1943 gab D. die Zeitschrift „Századok“ heraus und war von 1916 bis 1946 Vizepräsident der „Ungarischen Historischen Gesellschaft“ (Magyar Történelmi Társulat).
Als Schüler von Henrik Marczali zeichnen sich D.s erste Arbeiten durch eine eingehende Analyse der mittelalterlichen ungarischen Chroniken aus. 1899 erschien seine Abhandlung über die Dubnicer Chronik, 1902 über die Ofener Chronik, 1905 über die Preßburger Chronik und 1906 über die Chronik von Simon Kézai. In der Folgezeit arbeitete D. über Fragen der mittelalterlichen ungarischen Handelsgeschichte, deren Ergebnisse er in den Monographien über die Anfänge des Dreißigstzolls (A harmincadvám eredete, 1916) und über das Stapelrecht der Zipser Städte (A szepesi városok árumegállító joga 1358-1570, 1922) veröffentlichte. Um seinen Lehrstuhl gruppierte sich ein Kreis junger Historiker, die sich mit der Agrargeschichte Ungarns im 16.-18. Jh. befaßten und ihre Ergebnisse in den 15 Bänden der Studien zur ungarischen Agrargeschichte (Tanulmányok a magyar mezőgazdaság történetéhez) in der Zeit von 1932 bis 1943 veröffentlichten. Als die „Ungarische Historische Gesellschaft“ 1936-1938 die „Scriptores rerum Hungaricarum“ herausgab, hatte D. bei dieser Edition entscheidenden Anteil. Neben seinen Forschungen zur mittelalterlichen ungarischen Geschichte trat er mit einer umfangreichen Veröffentlichung über das Leben und die Schriften des Palatins Erzherzog Josef (József nádor élete és iratai. 4 Bde. Budapest 1925/44) hervor und setzte sich kritisch mit der Forschungsweise des rumänischen Historikers Nicolae Iorga (La méthode historique de M. Nicolas Jorga. Budapest 1938) auseinander.
Trotz der Veröffentlichung einer deutschsprachigen „Geschichte Ungarns“ (München u. Leipzig 1923, Helsinki 1937) sowie der Herausgabe der ungarischen Kulturgeschichte (Magyar művelődéstörténet. 5 Bde. Budapest o. J.) war D. kein Anhänger einer großen synthetischen Geschichtsschreibung. Wenn ihm besonders seitens seiner geistesgeschichtlich orientierten Zeitgenossen auch der Vorwurf gemacht wurde, ein Positivist zu sein, so verteidigte er sich, daß sich „Geschichte nicht ohne Quellenmaterial konstruieren lasse“.

Literatur

Domanovszky Sándor műveinek jegyzéke. Red. Lajos Juhász. In: Emlékkönyv Domanovszky Sándor születése hatvanadik fordulójának ünnepére. Budapest 1937, 715-723.
Hajnal, István: Domanovszky Sándor 70 éves. In: Századok 81 (1947) 355-356.
Steinacker, Harold: Alexander Domanovszky (Nekrolog). In: Alm. Österr. Akad. Wiss. 105 (1955) 368-377.
Lederer, Emma: A magyar polgári történetírás rövid története. Budapest 1969.

Verfasser

Karl Nehring (GND: 170892018)

GND: 126315264


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Empfohlene Zitierweise: Karl Nehring , Domanovszky, Sándor, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 1. Hgg. Mathias Bernath / Felix von Schroeder. München 1974, S. 418-419 [Onlineausgabe]; URL: https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=745, abgerufen am: (Abrufdatum)

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