Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

In den Suchergebnissen blättern

Treffer 
 von 1526

Beatrix von Aragon

Beatrix von Aragon, Königin von Ungarn, * Capua (?) 14.11.1457, † Neapel 13.09.1508, Tochter König Ferdinands von Neapel.

Leben

Nach ihrer Verlobung mit König Matthias am 5. September 1474 schlossen die ungarischen und neapolitanischen Abgesandten Ende 1476 die Heiratsvertrage. Seit ihrer Krönung in Stuhlweißenburg begünstigte B. den künstlerischen und kulturellen Einfluß der italienischen Renaissance an den Höfen von Ofen und Visegrád. In ihrer Umgebung befanden sich Antonio Bonfini, Roberto Caracciolo, Diomede Caraffa und Pietro Ransano, den sie aufforderte, eine Geschichte Ungarns zu schreiben. Ihren Intrigen ist es nur teilweise gelungen, Matthias I. von seinen deutschen und ungarischen Beratern zu trennen und ihn für eine stärkere proneapolitanische Politik zu gewinnen. Da B. ohne Kinder blieb, versuchte sie die Nachfolge von Johann Corvin, dem illegitimen Sohn Matthias I., zu verhindern und selber die Nachfolge anzutreten. Ihr Einfluß hatte den Fall von Péter Váradi zufolge, außerdem gelang es ihr, die geplante Ehe zwischen Johann Corvin und Blanka Maria Sforza zu verhindern. Nach dem Tode Matthias’ I. unterstützte B. König Wladislaw II. von Ungarn gegen Johann Corvin in der Hoffnung, durch eine Ehe mit Wladislaw II. Königin von Ungarn zu bleiben. Auf dem ungarischen Landtag von 1492 mußte B. aber erkennen, daß Fürstprimas Bakócz ihre fiktive Verlobung mit Wladislaw II. lediglich benutzte, um die Herrschaft des neuen Königs zu festigen und zog sich nach Neapel zurück.

Literatur

Berzeviczy, Albert: Beatrix királyné. Budapest 1908. (Franz. Übersetzung:)
Ders.: Beatrice d’Aragon, reine de Hongrie. 2 Bde. Paris 1911/12.
Pásztor, Edith: Beatrice d’Aragona. In: Dizionario biografico degli Italiani. Hrsg. Alberto M. Ghisalberti. Bd 7. Roma 1965, 347-349.

Verfasser

Karl Nehring (GND: 170892018)


Treffer 
 von 1526