Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Theophilos

Theophilos, byzantinischer Kaiser 829-842, * Konstantinopel (?) um 800, † ebd. 20.01.842, Sohn Michaels II. aus der amorischen Dynastie.

Leben

Der am 21. Mai 821 zum Mitkaiser gekrönte Th., der 830 die paphlagonische Offizierstochter Theodora heiratete, mußte sich seine ganze Regierungszeit hindurch mit den Arabern auseinandersetzen. Er löste diese Aufgabe teils durch gelegentliche militärische Operationen teils durch diplomatische Missionen und fürstliche Geschenke zunächst zufriedenstellend. Aus dieser lästigen Routinearbeit freilich wurde bitterer Ernst, als der neue Kalif Mutasim am 22. Juni 838 die von Th. befehligten Byzantiner bei Dazmana vernichtend schlug und Ankara sowie Amorion eroberte; der Weg nach Konstantinopel war frei, doch Mutasim mußte wegen eines Putschversuchs umkehren. Th. forcierte daraufhin den zur Sicherung der bedrohten Ostgrenze in die Wege geleiteten Aufbau neuer Themen und Kleisuren (militärische Grenzbezirke). Ebenso waren bereits die byzantinischen Städte auf der Krim zu einem neuen Thema zusammengefaßt worden; eindrucksvolles Denkmal dieses Verteidigungswillens gegenüber den Steppenvölkern, vornehmlich wohl den Ungarn, war die um 833 auf Bitten der verbündeten Chazaren unter Leitung des Protospatharios Petronas an der Donmündung errichtete Festung Sarkel.
Unter Th. und seinem 837 auf den Patriarchenthron gelangten Erzieher Johannes Grammatikos kam es zu einem letzten Aufflackern des schon totgeglaubten Bildersturms. Die dabei von Th. angeordneten Verfolgungen, die besonders das Mönchtum trafen, trübten das Bild dieses Kaisers, dem die Förderung von Kunst und Wissenschaft ein Herzensanliegen war, der für die arabische Kultur schwärmte, der selbst Gedichte schrieb und aus Prinzip, aber mit wenig Fortüne selbst in den Krieg zog, der gütig, gerecht und grausam zugleich war. Es ist verständlich, daß sich um eine solch schillernde Gestalt bald zwiespältige Legenden woben.

Literatur

Bury, John B.: A History of the Eastern Roman Empire from the fall of Irene to the accession of Basil I (A. D. 802-867). London 1912, 80-449.
Diehl, Charles: La légende de l’empereur Théophile. In: Seminarium Kondakovianum 4 (1931) 33-37.
Ostrogorsky: S. 173-175 (mit Bibliographie).

Verfasser

Erwin Fenster (GND: 106391216)

GND: 118867741


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Empfohlene Zitierweise: Erwin Fenster, Theophilos, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 4. Hgg. Mathias Bernath / Karl Nehring. München 1981, S. 305-306 [Onlineausgabe]; URL: https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=1772, abgerufen am: (Abrufdatum)

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