Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

Otto III.
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Otto III.

Otto III., deutscher und italienischer König (ab 983), römischer Kaiser 996-1002, * bei Nimwegen im Frühsommer 980, †  Paterno (am Monte Soratte, bei Viterbo) 24.(23.?)01.1002, Sohn Kaiser Ottos II. und dessen byzantinischer Frau Theophanu.

Leben

Für den als Kind zum König gewählten und gekrönten Herrscher führte zuerst die Mutter, dann die Großmutter, Kaiser Ottos I. welfisch-burgundische Witwe Adelheid bis 994 die vormundschaftliche Regierung. Der bald nach Erlangen der Großjährigkeit wegen römischer Wirren unternommene Italienzug brachte dem jungen König 996 in Rom die Kaiserkrone aus den Händen seines Verwandten, des auf O.s Veranlassung unter dem Namen Gregor V. (996-999) zum Papst gewählten Brun von Kärnten, des ersten deutschen Papstes. Ihm folgte in Gerbert von Aurillac, dem Lehrer O.s, ebenfalls auf dessen Verwendung als Silvester II. (999-1003) der erste französische Papst. Enthusiastische Rombegeisterung und bestimmte Vorstellungen über die trotz Otto I. und Karl dem Großen noch immer nötige „Renovatio imperii Romanorum“ ließen den Plan entstehen, Rom selbst zur kaiserlichen Residenz zu machen, was jedoch letztlich an römischen Widerständen scheiterte. Die neue, durchaus geistlich geprägte Reichsidee bildete auch den Hintergrund für O.s Einmischung in die Verhältnisse Polens und Ungarns. Dort wurde auf einer Aufsehen erregenden Pilgerreise des Kaisers nach Gnesen zum Märtyrergrab des von O. sehr geschätzten Preußenmissionars Adalbert von Prag († 997) im Jahre 1000 das Erzbistum Gnesen begründet und das Verhältnis des Polenherzogs Bolesław I. Chrobry zum Kaiser neu geregelt. Zur Begründung der ungarischen Monarchie hat O. 1001 durch die Schenkung einer Königskrone an Stephan I., den ersten christlichen Herrscher Ungarns, beigetragen. Die mit kaiserlicher Zustimmung erfolgte Gründung des Erzbistums Gran (1001) bedeutete eine Verselbständigung der ungarischen Kirche.

Literatur

Pauler, Gyula: A magyar nemzet története Szent Istvánig. Budapest 1900.
Uhlirz, Mathilde: Jahrbücher des Deutschen Reiches unter Otto II. und Otto III. Bd 2: Otto III. 983-1002. Berlin 1954.
Beumann, Helmut u. Walter Schlesinger: Urkundenstudium zur deutschen Ostpolitik unter Otto III. In: Archiv für Diplomatik 1 (1955) 132-256.
Böhmer, Johann Friedrich u. Mathilde Uhlirz: Regesta Imperii. Bd II/3: Die Regesten des Kaiserreiches unter Otto III. 980 (983)-1002. Graz, Köln 1956.
Holtzmann, Robert: Geschichte der sächsischen Kaiserzeit 900-1024. München 1961(4).
Schramm, Percy Ernst: Kaiser, Rom und Renovatio. Darmstadt 1962(3).
Ferdinandy, Michael de: Der heilige Kaiser Otto III. und seine Ahnen. Tübingen 1969.
Zimmermann, Harald: Das dunkle Jahrhundert. Graz 1971.

Verfasser

Werner G. Zimmermann (GND: 119279479)

GND: 118590766


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Empfohlene Zitierweise: Werner G. Zimmermann, Otto III., in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 3. Hgg. Mathias Bernath / Felix von Schroeder. München 1979, S. 372-373 [Onlineausgabe]; URL: https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=1490, abgerufen am: (Abrufdatum)

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