Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Komulović, Aleksandar

Komulović (Comuleo), Aleksandar, dalmatinischer Geistlicher, * Split 1548, † Dubrovnik 2.07.1608.

Leben

K. war Jesuit; 1576 wurde er Mitglied des Illyrischen Kollegs von S. Girolamo in Rom und veröffentlichte dort 1582 seine „Nauch charstianschi za slovignschi narod, v vlaasti iazich“ (Christenlehre für das slawische Volk in der Muttersprache). 1584 wurde er von Papst Gregor XIII. zusammen mit Thomas Raggio, dem Rektor des Illyrischen Kollegs von Loreto, auf eine Visitationsreise nach Albanien, Serbien und Bulgarien geschickt. Ob er dabei versuchte, die Paulikianer in Bulgarien zum Katholizismus zu bekehren, ist nicht ganz sicher. Von Sixtus V. zum Apostolischen Legaten ernannt, blieb er bis Anfang 1587 in der Türkei. Nach seiner Rückkehr nach Rom wurde er Titularabt von Nona (Nin). Papst Klemens VIII. sandte ihn dann in einer besonderen Mission nach Osteuropa; Ziel der Reise war, die osteuropäischen Staaten für eine antitürkische Koalition zu gewinnen.
1594 reiste er zunächst nach Siebenbürgen, dann nach der Moldau; sowohl Sigismund Báthory als auch der moldauische Hospodar Aron erklärten sich bereit, bei einer christlichen Liga gegen die Türken mitzuwirken. In Polen konnte K. nichts erreichen, ebensowenig in Moskau, wo er 1595 eintraf. Der päpstlichen Instruktion gemäß sollte er den Zaren dazu bewegen, Rudolf II. in seinem Kampf gegen die Türken zu helfen; außerdem sollte er versuchen, in Moskau über die Kirchenunion mit Rom zu verhandeln. Der Papst seinerseits war dafür bereit, Fedor Ivanovič als König und die russischen Rechte auf Konstantinopel anzuerkennen. K. weilte bis 1597 in Moskau und kehrte dann über Warschau, Prag und Wien nach Rom zurück. Der einzige Erfolg seiner Reise war, daß der Zar (bzw. Boris Godunov, der die Regentschaft führte) dem Kaiser Geld für den Türkenkrieg zur Verfügung zu stellen versprach. K. gab auch nach dem Mißerfolg seiner Osteuropareise die Türkenkriegspläne nicht auf. Von Dubrovnik aus, wo er seit 1604 lebte, unterhielt er Verbindungen zu den Uskoken und zu balkanischen Verschwörerkreisen. Er scheint auch maßgeblich an dem Komplott beteiligt gewesen zu sein, das bezweckte, den Spaniern das venezianische Kotor in die Hände zu spielen und es zum Ausgangspunkt eines Feldzuges gegen die Türken zu machen (1606/07).

Literatur

Pierling, Paul und Franjo Rački: L. Komulovića izvještaj i listovi o poslanstvu njegovu u Tursku, Erdelj, Moldavsku i Poljsku. In: Starine 14 (1882) 83-124.
Pierling, Paul: Novi izvori o L. Komuloviću. In: Starine 16 (1884) 209-251.
Fermendžin, Euzebije: Prilozi k poznavanju diplomatskoga poslanstva Alesandra Komulovića medju Slovene od godine 1593 do 1597. In: Starine 36 (1918) 7-30.
Vanino, Miroslav: Aleksandar Komulović (1548-1608). In: Kalendar „Napredak“ (Sarajevo 1935) 40-54.
Ders.: Isusovci i hrvatski narod. Bd 1. Zagreb 1969, 50-72.

Verfasser

Peter Bartl (GND: 133417492)

GND: 130315303

Weiterführende Information (Deutsche Biographie): https://www.deutsche-biographie.de/pnd130315303.html


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Empfohlene Zitierweise: Peter Bartl, Komulović, Aleksandar, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 2. Hgg. Mathias Bernath / Felix von Schroeder. München 1976, S. 447-448 [Onlineausgabe]; URL: https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=1159, abgerufen am: (Abrufdatum)

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