Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Bánffy, György Graf

Bánffy, György (Georg) (ab 1696): Graf, erster Gubernator Siebenbürgens, * Hermannstadt um 1660, † ebd. 1.11.1708, Sohn des als Führer der habsburgfreundlichen Partei 1674 hingerichteten Kolozser Obergespans und Klausenburger Kapitäns Baron Dénes B.

Leben

Der junge B. wurde anfangs wegen der politischen Einstellung seines Vaters verfolgt, doch befreite ihn später der Karlsburger Landtag von der Proskription und ernannte ihn zum Kolozser Obergespan. Nach dem Tode des Fürsten Apafi (15.04.1690) wurde er Vormund des noch zu Lebzeiten seines Vaters 1681 gewählten Michael II. Apafi und besuchte mit mehreren siebenbürgischen Magnaten den König von England und den Kurfürsten von Brandenburg, um sie zu bitten, sich bei Kaiser Leopold I. für die Anerkennung des jungen Apafi als Fürst von Siebenbürgen zu verwenden. Die Anerkennung konnte auch Miklós Bethlen in Wien nicht durchsetzen; der Hof wollte keinen Fürsten mehr in Siebenbürgen haben. Die vorübergehenden Erfolge Imre Thökölys veranlaßten jedoch Leopold am 16. Oktober 1690, durch die Vermittlung Bethlens, das nach ihm benannte „Diploma Leopoldinum“ zu unterschreiben. Das am 4. Dezember 1690 feierlich verkündete Diplom regelte das Verhältnis Siebenbürgens zum Herrscher und setzte die staatsrechtliche Stellung Siebenbürgens fest. Sogleich folgte die Neuorganisierung des Landes. Exekutive wurde das Gubernium, dem ein Gubernator Vorstand. Erster Gubernator wurde am 7. Februar 1691 B., den Leopold aufgrund der Wahl der Stände bestätigte.
B. schreckte nicht vor Gewalttätigkeiten zurück, kümmerte sich nicht um den Wohlstand des Landes und war unablässig um die Vergrößerung seines Reichtums besorgt. Er führte rücksichtslos die Befehle des Hofes aus und protestierte nicht gegen die Errichtung der siebenbürgischen Hofkanzlei in Wien, die dann mit dem deutschen Oberkommandierenden in Hermannstadt die wirkliche Regierung darstellte. Während seiner Amtsführung nahm das Elend der Bevölkerung zu, viele flüchteten in die Berge, nach Ungarn oder ins Ausland.
1696 von Leopold zum Grafen erhoben, erklärte B. die Wahl von Franz II. Rákóczy zum Fürsten von Siebenbürgen für ungültig, mußte dann aber vor den Kuruzzen mit dem Gubernium nach Hermannstadt fliehen, wo er starb.

Literatur

Klima, Helmut: Guvernators Transilvanici 1774-1867. Sibiu 1943.
Makkai: S. 254-255.
Bethlen Miklós Önéletírása. Hrsg. Éva V. Windisch. 2 Bde. Budapest 1955. = Magyar századok.

Verfasser

István Torjai-Szabó (GND: 107595893)

GND: 1108824463


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Empfohlene Zitierweise: István Torjai-Szabó, Bánffy, György Graf, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 1. Hgg. Mathias Bernath / Felix von Schroeder. München 1974, S. 133 [Onlineausgabe]; URL: https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=510, abgerufen am: (Abrufdatum)

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