Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Hadik, András

Hadik, András (Andreas), Graf von Futak, kaiserlicher Feldmarschall, * Große Schütt-Insel (Csallóköz) 16.10. 1710, † Wien 12.03.1790, Sohn des 1720 in den Adelsstand erhobenen Rittmeisters Mihály (Michael) H., slowakischer Herkunft.

Leben

H. trat mit 17 Jahren als Fähnrich in das Husarenregiment Dessewffy ein und beteiligte sich an den unter Kaiser Karl VI. und Kaiserin Maria Theresia gegen die Türken geführten Kriegen, ferner am österreichischen Erbfolgekrieg und am Siebenjährigen Krieg. 1747 wurde er General, 1756 Feldmarschalleutnant. Im Siebenjährigen Krieg unternahm H. den Streifzug auf Berlin, der seinen Namen berühmt machte: Am 11. Oktober 1757 brach er aus Elsterwerda (Kursachsen) mit 5000 Mann auf, erreichte am 16. Oktober hinter der preußischen Armee Berlin, belegte die Stadt mit 300 000 Taler Kriegssteuer und kehrte am 23. Oktober erfolgreich zu seinem Ausgangspunkt zurück. Für diese Tat erhielt er das Großkreuz des eben gegründeten Maria Theresien-Ordens. Ende 1758 wurde er General der Kavallerie und 1760 vorübergehend Oberfeldherr der kaiserlichen Armee. 1762-1763 war er Kommandant der kaiserlichen Hauptarmee in Schlesien. 1763 erhob ihn die Kaiserin in den ungarischen, 1777 in den Reichsgrafenstand. 1763 wurde H. Militärgouverneur Ungarns, im folgenden Jahr Oberbefehlshaber und Gouverneur in Siebenbürgen. 1768 proponierte er vergebens die Aufhebung der Leibeigenschaft auf den siebenbürgischen Kameralgütern. 1769 wurde er königlicher Kommissar an der ungarländischen illyrischen (serbischen) Nationalversammlung in Karlowitz (Sremski Karlovci), 1772 Oberbefehlshaber der Besatzungstruppen, dann erster Zivilgouverneur der an Österreich abgetretenen südpolnischen Gebiete. 1774 erhielt H. die Ernennung zum Feldmarschall und zum Präsidenten des Wiener Hofkriegsrates, welchen Posten er bis zu seinem Tode innehatte. Er war außerdem Obergespan des Komitates Bács. 1789 ernannte ihn Joseph II. noch zum kommandierenden General des Türkenkrieges, doch konnte er diese Aufgabe wegen seiner angegriffenen Gesundheit nicht mehr erfüllen.
H. war auch schriftstellerisch tätig. Er schrieb ein Buch über Mathematik (Tentamen ... ex praelectionibus mathematicis, 1779), verfertigte eine Feldordnung für die ungarischen Husarenregimenter und bearbeitete die Geschichte des Feldzuges vom Jahre 1639 gegen die Türken. In den 1780er Jahren schrieb er auch seine Memoiren.

Literatur

Fülek, Henrik: Hadik altábornagy portyázó menete Berlinbe 1757-ben. In: Hadtört. Közl. 9 (1896) 11-22.
Zur Geschichte der Einnahme von Berlin durch das Streifkorps des kaiserlichen FML Grafen Hadik im Oktober 1757. In: Urkundliche Beiträge und Forschungen zur Geschichte des Preußischen Heeres. Bd 1, H. 4. Berlin 1902, 47-62.
Gyalókay, Jenő: Gróf Hadik András tábornagy, mint hadtörténetíró. In: Hadtört. Közl. 32 (1931) 71-87.
Rédvay, István: II. József török háborúja. (1788-1790). In: Hadtört. Közl. 43 (1942) 1-28, 179-200; 44 (1943) 1-34.
Markó, Árpád: Futaki Gróf Hadik András tábornagy. Budapest 1944.
Makkai, László: Hadik András az erdélyi mezőgazdaságról. In: Agrártörténeti Szemle 1 (1957) 37-52.

Verfasser

Kálmán Benda (GND: 119265907)


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