Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Dölger, Franz

Dölger, Franz, deutscher Byzantinist, * Kleinwallstadt (Unterfranken) 4.10. 1891, † München 5.11.1968.

Leben

D. besuchte das Humanistische Gymnasium in Aschaffenburg, immatrikulierte sich nach der Reifeprüfung an der Universität München und studierte als Schüler August Heisenbergs Byzantinistik, daneben vornehmlich Klassische Philologie, Germanistik und Geschichte. Nach kriegsbedingter Unterbrechung promovierte D. im Jahre 1919  mit einer Arbeit über die „Quellen und Vorbilder zu dem Gedichte des Theodoros Meliteniotes“ zum Doktor der Philosophie. In den darauffolgenden Jahren wirkte der Gelehrte im Dienste der Universitätsbibliothek München. Im Sommer 1925 erwarb D. die venia legendi für „Mittel- und Neugriechische Philologie“ mit seiner Studie „Beiträge zur Geschichte der byzantinischen Finanzverwaltung“. Nach dem frühen Tode Heisenbergs wurde er am 1. April 1932 auf die Lehrkanzel des Faches an der Universität München berufen, die D. bis zu seiner Emeritierung im Sommer 1959 innehatte. Dank seiner außerordentlichen pädagogischen Fähigkeiten vermochte D. den reichen Schatz seines Wissens an einen großen Schülerkreis weiterzugeben.
Das Hauptwerk D.s bilden seine „Regesten der Kaiserurkunden des Oströmischen Reiches“ (5 Teile, München und Berlin 1924/65). Dieses Oeuvre legt den Grundstein zu einer diplomatischen Geschichte des byzantinischen Reiches. Eng verflochten mit diesem aus intimer Kenntnis der mittelalterlichen griechischen Urkunden gewonnenen Werk sind D.s Studien auf dem Felde der byzantinischen Diplomatik. Unter ihnen ragen insbesondere die mit zahlreichen Erstpublikationen dotierte und reich kommentierte Veröffentlichung „Aus den Schatzkammern des Heiligen Berges“ (2 Bände, München 1948), seine „Sechs byzantinische Praktika des 14. Jahrhunderts für das Athos-kloster Iberon“ (München 1949) und seine Sammlung von kleineren einschlägigen Aufsätzen „Byzantinische Diplomatik“ (Ettal 1956) heraus. Aus den zahlreichen sonstigen Veröffentlichungen D.s (seine Bibliographie umfaßt mehr als 360 Titel) sei noch seine Abhandlung „Das Kaiserjahr der Byzantiner“ (München 1949) sowie sein literarischer Nachweis „Der griechische Barlaamroman, ein Werk des heiligen Johannes von Damaskos“ (Ettal 1953) benannt. Als Herausgeber hat sich D. namentlich durch die Betreuung der „Byzantinischen Zeitschrift“ 1928-1963 verdient gemacht.
Die außerordentlichen wissenschaftlichen Leistungen D.s spiegeln sich in der Fülle wissenschaftlicher Ehrungen (u. a. Aufnahme in die Friedensklasse des Ordens „Pour le mérite“ (1962), Ehrendoktorat der Universitäten Athen und Sofia sowie Ernennung zum Mitglied der Akademien der Wissenschaften zu München, Wien, Athen, Sofia, Berlin, Bukarest, sowie der British Academy) wider.

Literatur

Franz-Dölger-Bibliographie. In: Polychronion. Festschrift Franz Dölger zum 75. Geburtstag. Heidelberg 1966, 9-33.

Verfasser

Peter Wirth (GND: 132882191)

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Empfohlene Zitierweise: Peter Wirth, Dölger, Franz, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 1. Hgg. Mathias Bernath / Felix von Schroeder. München 1974, S. 417-418 [Onlineausgabe]; URL: https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=744, abgerufen am: (Abrufdatum)

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