Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Curtius, Ernst

Curtius, Ernst, deutscher Archäologe und Althistoriker, * Lübeck 2.09.1814, † Berlin 11.07.1896.

Leben

Als Erzieher der Kinder seines Bonner Lehrers Christian August Brandis kam C. noch als Student 1837 nach Athen. Hier reiften die Anregungen seiner Lehrer Friedrich Gottlieb Welcker, August Boeckh und vor allem Karl Otfried Müller durch die unmittelbare Anschauung, so daß C. 1840 bei seiner Rückkehr nach Berlin bereits als einer der besten Kenner der historischen Landeskunde des Königreichs Griechenland galt. Er promovierte 1841 in Halle, habilitierte sich zwei Jahre später in Berlin und wurde 1844 außerplanmäßiger Professor, sowie (bis 1849) Erzieher des Kronprinzen Friedrich. 1856 erhielt er einen Ruf nach Göttingen und kehrte 1868 als Professor für alte Kunstgeschichte nach Berlin zurück.
Die wissenschaftliche Lebensarbeit von C. weist drei Schwerpunkte auf : den einen in zahlreichen (meist Akademie-)Abhandlungen zur attischen Topographie und zur historischen Landeskunde des „Peloponnesos“ (2 Bände, Gotha 1851/52), die bis heute wertvoll sind. Den zweiten in der ersten umfassenden, wissenschaftlichen Geschichte des alten Griechenlands in deutscher Sprache (bis zur Schlacht von Chäronea, 3 Bände, Berlin 1851/61, 6. Aufl. 1887/89), die sich freilich weniger durch kritische Prüfung der schriftlichen Quellen als durch die lebendige Verbindung der Landeskenntnis mit den archäologischen Zeugnissen auszeichnet. Am dauerhaftesten ist indessen der Name von C., der auch in späteren Jahren noch mehrfach in Griechenland und Kleinasien reiste, mit den Ausgrabungen von Olympia verbunden. Hierzu hatte er bereits 1852 literarisch den Anstoß gegeben und als Spezialbevollmächtigter des Deutschen Reiches 1874 mit der griechischen Regierung einen mustergültigen Ausgrabungsvertrag ausgehandelt. Die Freilegung und Vermessung des „Heiligen Bezirks“ erfolgte in den Jahren 1875-1881 unter seiner Oberleitung (Olympia. Die Ergebnisse der von der deutschen Regierung veranstalteten Ausgrabung. 5 Bände. Berlin 1892/97). Durch seine Vorlesungen, seine öffentlichen Vorträge und seine Publikationen weckte er in weiten Kreisen Deutschlands das Interesse für die griechische Archäologie und begeisterte zahlreiche Schüler für die hellenischen Studien.

Literatur

Michaelis, Adolf: Ernst Curtius. In: Biogr. Jb. 1 (1897) 56-88.
Curtius, Friedrich: Ernst Curtius. Ein Lebensbild in Briefen. 2 Bde. Berlin 1913(2).

Verfasser

Gerhard Grimm (GND: 13735374X)

GND: 116766557

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  6. Dictionary of Art Historians
  7. Biographien der NDB
  8. Biographische Informationen zu Personen im Index von NDB, ADB und Register
  9. Biographien der ADB
  10. Allgemeine Deutsche Biographie (Wikisource)
  11. Mitglieder der Vorgaengerakademien der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
  12. Ehemalige Mitglieder der BAdW
  13. Orden Pour le Merite
  14. Personendaten-Repositorium (PDR) an der BBAW (4)
  15. Deutsche Digitale Bibliothek
  16. edition humboldt digital hg. von Ottmar Ette
  17. Werke in der Open Library
  18. Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für deutsche Literatur, Nachwuchsgruppe Berliner Intellektuelle 1800-1830
  19. Die Rektoren der Rektoratsreden.
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  22. Interaktiver Katalog des Münzkabinetts (11)
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Empfohlene Zitierweise: Gerhard Grimm, Curtius, Ernst, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 1. Hgg. Mathias Bernath / Felix von Schroeder. München 1974, S. 345-346 [Onlineausgabe]; URL: https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=693, abgerufen am: (Abrufdatum)

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