Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Bodin

Bodin, König der Zeta ca. 1081 - ca. 1106, Sohn des Fürsten und späteren ersten Königs der Zeta, Mihail, Urenkel des bulgarischen Zaren Samuel.

Leben

Durch das Auftauchen der Seldschuken im Osten (Schlacht bei Mantzikert 1071 mit Gefangennahme von Kaiser Romanos IV. Diogenes) und der Normannen im Westen (Einnahme von Bari 1071) wurde die byzantinische Übermacht auch auf dem Balkan gebrochen und 1072 die Freiheitsbewegung im Gebiet des ehemaligen Zarenreiches Samuels ermöglicht. An der Spitze dieser Bewegung stand Georgi Vojteh, und B., der vorher in Prizren zum Zaren ausgerufen und auf den Namen Petar umbenannt wurde - wohl nach dem Namen des Sohnes von Zar Simeon - wurde zum Führer ernannt. Nach anfänglichen Erfolgen der Aufständischen gelang es den Byzantinern, B. bei Paun im Süden des Kosovo polje gefangenzunehmen. Der Gefangene wurde zuerst nach Konstantinopel, später nach Antiochia gebracht. König Mihail gewann jedoch venezianische Seeleute, die gegen gute Bezahlung seinen Sohn in die Heimat entführten. Nach seiner Rückkehr wurde B. Mitregent seines Vaters und bekam die Župa Grbalj mit Budva. 1080 heiratete er die Tochter eines reichen Bürgers von Bari, der auch Haupt der normannischen Partei dieser Stadt war. Nach dem Tode seines Vaters 1081 übernahm er allein die Regierung. Zu dieser Zeit erlebte die Zeta ihre größte Expansion und Selbständigkeit.
Als die Normannen nach den Erfolgen in Dalmatien 1081 Durazzo belagerten, sandte Alexios I. Komnenos ein Heer zur Verteidigung aus, in dem sich auch B. mit seinen Truppen befand. Jedoch hielt sich dieser während der Entscheidungsschlacht im Hintergrund und trug dadurch zur Niederlage der Byzantiner bei. Als es aber Byzanz mit venezianischer Hilfe gelang, die Normannen zurückzudrängen, nahmen die Statthalter von Durazzo B. vorübergehend gefangen.
Zur Zeit von B. wurde das Bistum von Bar (Antivari) in eine Metropolie umgewandelt (1089). In den Jahren 1096/97 zogen die Kreuzfahrer unter Graf Raimund von Toulouse durch das Gebiet, von B. freundschaftlich aufgenommen. In den letzten Jahren war die Herrschaft von B. ausgefüllt mit den Streitigkeiten um die Nachfolge auf den Thron. Sein Ende ist in Dunkel gehüllt.

Literatur

Jireček: Bd 1, 135-137.
Zlatarski: Bd 2, 143-147.
Lišev, Strašimir: Kŭm vŭprosa za neuspecha na vŭstanieto v Makedonija prez 1072 g. In: Ist. Pregled 12 (1956) 1, 74-79.
Litavrin, Gennadij Grigor’ević: Bolgarija i Vizantija v XI-XII vv. Moskva 1960.
Istorija Crne Gore. Bd 1. Titograd 1967, 395-400, 427-430.

Verfasser

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Empfohlene Zitierweise: , Bodin, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 1. Hgg. Mathias Bernath / Felix von Schroeder. München 1974, S. 219 [Onlineausgabe]; URL: https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=585, abgerufen am: (Abrufdatum)

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