Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Báthory von Somlyó, András

Báthory von Somlyó, András (Andreas), Kardinal, Fürst von Siebenbürgen März bis Oktober 1599, * 1566?, † auf dem Pásztorbükk bei Csíkszentdomokos 3.11.1599, Sohn András B.s und der Margit Majláth.

Leben

Früh besorgte König Stephan B. von Polen für seinen Neffen den Kardinalshut und die Bischofswürde von Warmia. Selbst kinderlos, sah er in dem talentierten und hochgebildeten jungen Mann seinen Nachfolger. Er schickte ihn 1584 in Begleitung von Erzbischof Sokolowski von Lemberg nach Rom, um Papst Sixtus V. für seine Pläne zu gewinnen. Kanzler Jan Zamojski, der nach König Stephans Tod die Thronfolge der B. nicht förderte, sah später in Andreas B. seinen Thronkandidaten im Falle eines Rücktritts Sigismunds III. von Polen. Sigismund B., Andreas’ Vetter, Fürst von Siebenbürgen, bemühte sich gleichfalls um die polnische Krone, wodurch die B.- Partei geteilt wurde und scheiterte. 1594, nach dem Komplott Balthasars B.s gegen Sigismund B., ließ dieser auch Andreas verbannen und seine Güter konfiszieren. Einige Jahre später näherte sich Andreas trotzdem Sigismund. Er mahnte ihn, Siebenbürgen für ihre Dynastie zu bewahren und bot sich ihm am 20. Februar 1598 als Nachfolger für den Fall seines Rücktritts an. Sigismund rief ihn daraufhin nach Siebenbürgen und zwang den Landtag am 17. März 1599, seine Abdankung anzunehmen und gleichzeitig Andreas als Fürst von Siebenbürgen anzuerkennen.
Bocskay konnte Fürst Andreas für eine türkenfeindliche Politik nicht gewinnen. Andreas stand in der türkenfreundlichen Tradition der B. und verbannte Bocskay. Doch dem Fürsten gelang eine Einigung mit den Türken nicht, und Woiwode Michael versuchte sich mit der Hilfe des Prager Hofes, der Andreas gleichfalls nicht anerkannte, Siebenbürgens von der Walachei her zu bemächtigen. Der päpstliche Nuntius Malaspina gewann den Fürsten für die christliche Liga, und unterbreitete ihm - ohne kaiserliche Ermächtigung - Bedingungen eines Bündnisses mit Rudolf II.
Andreas glaubte dem Woiwoden, der ihm den Vasalleneid geleistet hatte, daß er gegen die Türken rüste. Im Oktober stand dieser aber - unterstützt durch Rudolf II. - mit 13 000 Mann in Siebenbürgen. Die Hälfte seiner Leute waren Székler, die ihre von Sigismund konfiszierten Freiheiten an dem Kardinal - für sie nur ein B. - rächen wollten. Der überraschte Andreas zog gegen Michael und verlor die Schlacht bei Schellenberg (Sellenberk, 28.10. 1599). Beim Versuch, durch das Széklerland in die Moldau zu flüchten, wurde er von den Széklern an der Grenze erkannt und erschlagen.

Literatur

Balló, István: Báthory Endre bíbornok és erdélyi fejedelem halála. Csíkszereda 1899.
Makkai: S. 185-192, 197-199.

Verfasser

Miguel de Ferdinandy (GND: 118686771)


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