Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Basta, Georg Graf

Basta, Georg Graf, österreichischer Feldherr, * La Rocca bei Tarent 30.1.1550, † 1612, Sohn eines Edelmannes albanischer Herkunft.

Leben

B. begann seine militärische Laufbahn in den Niederlanden unter dem Statthalter Alexander Farnese. Als Generalkommissar der Kavallerie nahm er an der Belagerung von Antwerpen (1584), der Eroberung von Bonn (1588) und am Feldzug nach Frankreich (1596) teil. Im Türkenkrieg Rudolfs II. (1593-1606) wurde er - nach der Intervention des Woiwoden der Walachei, Michael, und dem Thronverzicht des jungen Sigismund Báthory - vom Kaiser als Oberbefehlshaber nach Siebenbürgen geschickt (1598). Als die kaiserlichen Truppen unter General B. das Land besetzten, ergriff man trotz der Warnung des militärischen Führers gegenreformatorische Maßnahmen. Báthory widerrief daraufhin seinen Rücktritt und trat in Verbindung mit den Türken. Gemeinsam mit Michael rückte B. neuerlich in Siebenbürgen ein und besiegte Báthorys Feldherrn Mózes Székely (1601). Im selben Jahr wurde Michael auf Befehl B.s ermordet, da er angeblich Kontakte zu den Osmanen unterhielt. Vor den mit Báthory vereinigten Türken mußte sich B. nach Böhmen zurückziehen, erzwang aber 1602 durch einen weiteren Sieg über Székely, daß Sigismund Báthory seinen Verzicht wiederholte. Von Wien aus verschärfte man nun den Druck auf die Protestanten, wodurch die vorwiegend deutschen und lutherischen Bergstädte Oberungarns und die Siebenbürger Sachsen zur Gegenseite übergingen. Vergeblich bemühte sich General B., die Lage durch drakonische Maßnahmen zu retten. Seit 1604 mit dem Oberbefehl in Ungarn betraut, führte er mit großem Geschick den hinhaltenden Kampf gegen die Türken. Als er 1606 dem Kaiser abriet, den Frieden von Zsitvatorok zu unterzeichnen, wurde er eigennütziger Absichten verdächtigt, worauf er sich ins Privatleben zurückzog.
In seinen letzten Lebensjahren verfaßte B. zwei kriegswissenschaftliche Werke: „II maestro di campo generale“ (Venedig 1606) und „Governo della Cavalleria leggiera“ (Venedig 1612). B. war ein Heerführer, der sich vor allem durch taktische Begabung auszeichnete.

Literatur

Schweigerd: Bd 1.
Löb, Alfred H.: Zur Geschichte des Türkenkrieges 1593-1606. Prag 1899/1904. = Prager Studien aus dem Gebiet der Geschichtswissenschaft. 6. 10.
Basta György hadvezér levelezése és iratai (1597-1607). Hrsg. Endre Veress. 2 Bde. Budapest 1909/13. = Magyar történelmi emlékek. Okmánytárak. 34. 37.
Makkai: S. 205-211.

GND: 129107808


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Empfohlene Zitierweise: Reinhard Rudolf Heinisch, Basta, Georg Graf, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 1. Hgg. Mathias Bernath / Felix von Schroeder. München 1974, S. 150 [Onlineausgabe]; URL: https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=527, abgerufen am: (Abrufdatum)

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