Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Amelie Marie Friederike

Amalie (Amalia, Amelie) Marie Friederike, Herzogin von Oldenburg, Königin von Griechenland, * Oldenburg (Oldenburg) 21.12.1818, † Bamberg 20.05.1875, Tochter des Großherzogs Paul Friedrich August von Oldenburg und seiner Gattin Adelheid von Anhalt-Bernburg-Schaumburg.

Leben

A. trat durch ihre am 22. November 1836 in Oldenburg protestantisch und katholisch eingesegnete Ehe mit König Otto von Griechenland in eine echte lebenslange Beziehung. Dank ihrer engen dynastischen Beziehungen zum russischen Kaiserhaus - ihr Ehevertrag bedurfte der Billigung des Zaren Nikolaus I., ihr Vetter Peter bekleidete hohe Stellungen in Rußland - konnte sie ihrem Gemahl eine wertvolle Stütze sein.
Wie Otto voll Begeisterung für Griechenland wirkte sie, bald des Neugriechischen mächtig und in der Volkstracht erscheinend, erzieherisch durch Aufnahme der Töchter vornehmer Familien an den Hof, durch Gründung von Frauenvereinen, Förderung von Schulen und durch ihr landwirtschaftliches Mustergut in Pyrgos Heptalophos. Besonders pflegte sie das Theater.
Da Otto sie zur Beratung vieler Angelegenheiten heranzog, empfing sie mit ihm zusammen auswärtige Gesandte zu wesentlichen Gesprächen und führte bei seiner Abwesenheit von Griechenland offiziell als Regentin die Geschäfte. Um die Krone zu stärken, betraute sie die Führer der Opposition als Gesandte mit der Wahrung der griechischen Interessen in ausländischen Hauptstädten. Weiter setzte sie die offene Abstimmung der Senatoren durch, was die Regierung wiederholt vergeblich versucht hatte. In der Frage der Nachfolge vertrat sie die Meinung der griechischen Öffentlichkeit, daß nur ein Herrscher griechisch-orthodoxen Glaubens, der in Athen aufgewachsen und erzogen sei, in Zukunft möglich sei, am besten ein Prinz aus dem Hause Wittelsbach. Eine Unterstützung der Regierung durch fremdländische Truppen lehnte sie strikt ab. Für griechische Belange, namentlich den Schloßbau, stellte sie ihre gesamte Mitgift zur Verfügung und veranlaßte ihren Vater zu namhaften Zuschüssen.
A. arbeitete schneller und entscheidungsfroher als Otto, wurde aber wegen ihrer mehr subjektiven Art auch mehr angegriffen. Der Mordanschlag des Studenten Dosios am 18. September 1861 scheiterte zwar, doch mußte sie im Oktober 1862 mit Otto Griechenland verlassen. Sie begleitete ihn nach Bamberg, wo er am 26. Juli 1867 starb. Erst jetzt gab sie ihre Hoffnung auf Rückkehr nach Athen auf.

Literatur

Alimberti, L. S.: Amalie. Athen 1896.
Thouvenel, E. A.: La Grèce du Roi Othon. Paris 1899.
Jansen, G.: Königin Amalie von Griechenland. In: Nord-westdeutsche Studien (1904) 29-61.

Verfasser

GND: 119077701

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