Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Rudnay, Alexander

 Rudnay von Rudna und Divék-Újfalu, Alexander, Erzbischof von Gran (Esztergom), Fürstprimas von Ungarn und Kardinal, * Svätý Križ nad Váhom (Szentkereszt, Komitat Neutra; heute Považany) 04.10.1760, † Gran 13.09.1831, Sohn des Oberstuhlrichters des Neutraer Komitates Andreas R.

Leben

 R. besuchte das Gymnasium bei den Piaristen in Neutra und studierte danach Philosophie und Theologie in Preßburg, Tyrnau und Ofen. Nach seiner Priesterweihe 1783 wurde er Kaplan in Častá (Cseszte), danach in Svätý Beňadik nad Hronom (Szentbenedek); 1789 wurde er Pfarrer in Krušovce (Koros). Im Jahre 1805 wurde er Kanonikus von Gran (mit Sitz in Tyrnau), 1808 königlich ungarischer Statthaltereirat, 1815 Bischof von Siebenbürgen (Alba Julia), 1819 Erzbischof von Gran und Fürstprimas von Ungarn, 1828 Kardinal. Am 15. Mai 1820 wurde R. in Gran als Erzbischof installiert. Mit diesem Akt wurden die erzbischöfliche Kurie wie auch das Metropolitan-Kapitel von Tyrnau (wo sie seit 1543 residierte) an ihren eigentlichen Sitz zurückgeführt. Im April 1822 hat R. mit dem Wiederaufbau der von den Türken zerstörten Graner Metropolitan-Basilika begonnen (sie wurde erst am 31. August 1856 eingeweiht). Ebenfalls 1822 hielt er in Preßburg eine Nationalsynode der katholischen Kirche in Ungarn ab. Im Jahre 1825 sandte er einen ausführlichen Bericht (Relatio quadriennalis) über seine Erzdiözese nach Rom. Am 28. September 1830 krönte er in Preßburg den Kronprinzen Ferdinand (V.) zum König von Ungarn (es war die letzte Krönung in Preßburg). Am 15. Dezember 1828 ernannte ihn Papst Leo XII. zum Kardinal. R. war der höchste kirchliche Würdenträger Ungarns in einer relativ ruhigen Zeit (zwischen den Napoleonischen Kriegen und der 1848er Revolution); in seinen Ansichten war er konservativ im Stil der Hl. Allianz. Als Schriftsteller veröffentlichte er neben den offiziellen Akten und Reden nur einige Predigten. R. ist als bewußter Slawe in die slowakische Kulturgeschichte eingegangen. Berühmt ist seine Aussage „Slavus sum, et si in cathedra Petri ero, Slavus ero“. Er hat die Bernolák- Bewegung nicht nur angeregt, sondern sie auch gefördert. Seine slowakischen Predigten wurden nach seinem Tode im Jahre 1833 in Tyrnau unter dem Titel „Kázně príhodné a iné ...” (Predigten für verschiedene Gelegenheiten) veröffentlicht. Einige slowakische Dichter, wie z.B. Ján Hollý („Slavomil“) und Bohuslav Tablic („Lidomil veršem vyobrazený“) würdigten R. als Mäzen und Förderer der slowakischen Kultur.

Literatur

Alexander Rudnay. In: Memoria basilicae Strigoniensis. Esztergom 1856, 102-103.
Rizner, L’udovít: Bibliografia písomníctva slovenského. Bd 4. Turčiansky Svätý Martin 1932, 287-292.
Hermann, Egyed: Az esztergomi érsek-prímási szék betöltése a XIX. század első felében. In: Századok 78 (1944) 7/9, 463-487.
Žiar, Marian: Kardinál Alexander Rudnay. In: Most 8 (1961) 179.
Gogolák, Ludwig von: Beiträge zur Geschichte des slowakischen Volkes. Bd2. München 1969, passim.  

Verfasser

Miklós Lackó (GND: 103240195)


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