Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

Radetzky von Radetz, Johann Joseph Wenzel Graf
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Radetzky von Radetz, Johann Joseph Wenzel Graf

Radetzky von Radetz, Johann Joseph Wenzel Graf, österreichischer Feldmarschall, * Schloß Třebnic (Böhmen) 02.11.1766, † Mailand 05.01.1858, Sohn des kaiserlichen Offiziers Peter Eusebius Graf R. und der Maria Venantia, geh. Freiin Bechyně von Lažan, verheiratet ab 1798 mit Franziska Romana, Tochter des Grafen Leopold Strassoldo-Graffenberg.

Leben

Der aus altem böhmischen Adel stammende R. trat - früh verwaist - als Sechzehnjähriger in das Collegium Nobilium in Brünn ein, nachdem seine Aufnahme in die Theresianische Militärakademie ähnlich wie bei Prinz Eugen an der angeblichen körperlichen Schwäche gescheitert war. 1782 bis 1784 besuchte er das Theresianum in Wien und trat am 1. August 1784 als Kadett in das in Gyöngyös (Komitat Heves) stationierte Kürassierregiment Caramelli ein. Nach der 1786 erfolgten Beförderung zum Unterleutnant machte R. den letzten Türkenkrieg Kaiser Josephs II. 1788/89 vorerst als Ordonnanzoffizier Feldmarschall Lacys mit, wobei er bei den Belagerungen von Berbir und Belgrad erste Auszeichnungen erwarb. Nach den Kämpfen unter Laudon, die zur Eroberung von Belgrad führten (08.10. 1789), und dem Frieden von Sistowa (Svistov, 04.08.1791) kehrte R. mit seinem Regiment in ungarische Garnisonen zurück; hier beschäftigte er sich vor allem mit militärwissenschaftlichen Studien. In den Koalitionskriegen gegen das revolutionäre Frankreich wurde R. zuerst an die Front im Westen verschlagen, 1796 auf den italienischen Kriegsschauplatz, wo er sich bei der Verteidigung von Mantua (1796/97) auszeichnete. Nach der Teilnahme an den Schlachten von Marengo und Hohenlinden (1800) wurde R. Oberst und Träger des Ritterkreuzes des Militär-Maria-Theresien-Ordens. Ab 1805 als Brigadier in Wien, nahm er am 6. Juli 1809 an den Kämpfen gegen Napoleons Armee bei Wagram teil und wurde schließlich Chef des Generalquartiermeisterstabes (Chef des Generalstabes), als der er den Feldzugsplan zur Völkerschlacht bei Leipzig (16.-19.10. 1813) entwarf. Am 24. Juni 1816 ging R. als Divisionär nach Ödenburg und fungierte in gleicher Eigenschaft ab 12. Dezember 1818 in Ofen; von 1820 bis 1831 war er hier auch Berater (Adlatus) des Landeskommandanten von Ungarn, Erzherzog Ferdinand.  Am 18. Februar 1829 erfolgte die Beförderung zum General der Kavallerie und am 24. November zum Festungskommandanten von Olmütz. Von den militärpolitischen Betrachtungen der Jahre 1828 und 1829 verdient die Denkschrift „Über die Armeeorganisation, über den Zweck der Festung Leopoldstadt, über die Verteidigung der Grenze gegen die Türkei, dann militärische Betrachtung der Lage Österreichs im Jänner 1828“ besondere Beachtung, zeigt sie doch, daß R. einen Krieg nur dann bejahte, wenn Österreichs Interessen ohne Waffen nicht mehr gewahrt werden konnten. In der Denkschrift „Uber den Frieden von Adrianopel“ forderte er eine österreichische Bündnispolitik, um den russischen Balkanambitionen besser entgegentreten zu können.
Am 2. September 1831 erfolgte die Ernennung R.s zum Generalkommandanten der österreichischen Armee in Lombardo-Venetien, wo sein Ausbildungssystem europäischen Ruf erlangte. Den Höhepunkt seiner Laufbahn brachte die italienische Revolution von 1848/49, gegen die er bei Custozza (25.07.1848) und Novara (23.03.1849) siegreich blieb und so zum „Retter Österreichs“ wurde. Von 1850 bis 1857 war der hochbetagte R. noch Generalgouverneur der oberitalienischen Provinzen des österreichischen Kaiserstaates. Zweifellos ist R. neben Prinz Eugen von Savoyen der populärste österreichische Heerführer geblieben, wenn auch sein Ruhm zeitweilig von persönlichen Problemen überschattet war.

Literatur

Der k.k. österreichische Feldmarschall Graf Radetzky. Eine biographische Skizze nach den eigenen Dictaten und der Correspondenz des Feldmarschalls von einem österreichischen Veteranen. Stuttgart, Augsburg 1858.
Wolf-Schneider von Arno, Oskar Freiherr: Der Feldherr Radetzky. Wien 1934.
Regele, Oskar: Feldmarschall Radetzky. Leben, Leistung, Erbe. Wien 1957 (mit Bibliographie).
Jedlicka, Ludwig: Feldmarschall Joseph Graf Radetzky von Radetz (1766-1858). In: Große Österreicher. Neue österreichische Biographie ab 1815. Bd 14. Zürich, Leipzig, Wien 1960, 9-26.

GND: 118597647


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Empfohlene Zitierweise: Reinhard Rudolf Heinisch, Radetzky von Radetz, Johann Joseph Wenzel Graf, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 4. Hgg. Mathias Bernath / Karl Nehring. München 1981, S. 6-7 [Onlineausgabe]; URL: https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=1569, abgerufen am: (Abrufdatum)

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