Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

In den Suchergebnissen blättern

Treffer 
 von 1526

Mureşanu, Andrei

Mureşanu, Andrei, rumänischer Dichter und Publizist aus Siebenbürgen, * Bistritz 16.11.1816, † Kronstadt 24.10. 1863, Sohn eines Müllers; die von mehreren Biographen behauptete Abkunft von dem alten Adelsgeschlecht der Dragoş (Marmarosch) ist eine Fiktion.

Leben

Der Grundstein zu M.s Bildung wurde zunächst in der deutschen pädagogischen Schule und danach auf dem Piaristengymnasium in Bistritz gelegt. Intellektuelles Profil gewann M. jedoch erst durch Studien der Theologie und Philosophie an der hervorragenden Bildungsstätte der Siebenbürger Rumänen im 19. Jh., am griechisch-katholischen Seminar zu Blaj (1832-1838). Von da holte ihn sein Studienfreund George Bariţiu als Lehrer an die rumänische Schule nach Kronstadt. Im Jahre 1840 war M. Studienrat am Kronstädter rumänischen Gymnasium. Zwischen 1838 und 1849 wurde M. unter den Siebenbürger Rumänen als Dichter und ständiger Mitarbeiter an den beiden Zeitschriften Bariţius bekannt, der „Gazeta de Transilvania“ (Zeitung aus Siebenbürgen) und der „Foaia pentru minte, inimă şi literatură“ (Blatt für Geist, Herz und Literatur). Mit Gedichten im Stile der Romantiker debütierte M. im Jahre 1839. Eigentliche Berühmtheit erlangte er 1848/49 mit seinen Revolutionsliedern. Die Freiheits- und Gleichheitsideale, die die Völker in ganz Europa der Revolution folgen ließen, wie auch das Schlüsselwort vom „Dako-Rumänentum“ regten M.s berühmt gewordenes Gedicht „Un răsunet“ (Ein Widerhall) an, das auch unter dem Titel „Deşteaptă-te, Române!“ (Erwache, Rumäne!) bekannt ist. Es erschien im Vormärz 1848, wurde von Anton Pann vertont und war bald danach das Marschlied der rumänischen Freiheitskämpfer des ganzen Habsburgischen Reiches. Diese die Kämpfer anfeuernde rumänische ,Marseillaise', wie auch der patriotische Schwung und das Freiheitspathos des Gesamtwerkes sicherten M. 1848/49 und danach den Ruhm des Dichters der rumänischen Revolution, des Barden der Nation.
 Nach der Niederwerfung der Revolution in Siebenbürgen floh M. zusammen mit anderen Anführern der Rumänen in die Walachei. Hier wurde er von der Armee Zar Nikolaus’ I. arrestiert und in die Moldau gebracht. Später kehrte er nach Siebenbürgen zurück und arbeitete bis zu seinem frühen Tod als Staatsbeamter in Kronstadt. Auszüge aus seinen Werken (Din poesiele lui Andreiu Murăşianu) erschienen 1862 in Kronstadt (2. Aufl. Hermannstadt 1881).

Literatur

Bariţiu, George: Material pentru biografia lui Andrei Mureşanu. In: Observatoriul 1 (1878) Nr. 47-64.
Raţiu, Ioan: Viaţa şi operile lui Andrei Murăşan, studiu istoric-literar. Blaj 1900.
Lupaş, Ioan: Din activitatea ziaristica a lui Andrei Mureşanu. Bucureşti 1925.
Păcurariu, Dumitru: Andrei Mureşanu. In: Istoria literaturii române. Bd 2. De la Şcoala ardeleana la Junimea. Bucureşti 1968, 566-572 (mit Bibliographie).

Verfasser

Teodor Pavel (GND: 123102154)


Treffer 
 von 1526