Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

Maria von Ungarn
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Maria von Ungarn

Maria, Königin von Ungarn und Böhmen 1521-1526, Statthalterin der Niederlande 1531-1555, * Brüssel 17.09.1505, † Cigales (Valladolid, Spanien) 18.10. 1558, fünftes Kind Philipps des Schönen, Herzogs von Burgund und Königs von Kastilien, und Johannas „der Wahnsinnigen“, Schwester Karls V. und Ferdinands I., vermählt mit Ludwig II. von Ungarn und Böhmen.

Leben

Durch den Tod ihres Vaters (1506) und die Geisteskrankheit ihrer Mutter früh Vollwaise, wurde sie unter der Fürsorge ihrer Tante Margarete von Österreich im Bannkreis der französischen Sprache und Kultur am kunstsinnigen Hof zu Mecheln von hervorragenden Lehrern erzogen und mit dem Gedankengut der „devotio moderna“ erasmischer Prägung vertraut gemacht. Einer früheren Vereinbarung folgend, wurde auf dem Fürstenkongreß von Wien 1515 ihre Verlobung mit dem künftigen König von Ungarn und Böhmen Ludwig II. bestätigt. Anschließend verbrachte sie auf Weisung ihres Großvaters, Kaiser Maximilians I., zusammen mit ihrer künftigen Schwägerin Anna einige Jahre in Innsbruck. Ihre Vermählung erfolgte nach der Volljährigkeitserklärung ihres Gemahls 1522. An der Seite ihres energielosen Mannes griff sie trotz ihrer Jugend wiederholt in die ungarische Politik ein und versammelte am Hof zu Ofen in den Jahren 1522 bis 1526 einen immer größer werdenden Kreis von Humanisten, aus dem vor allem Jakob Piso, ihr Kanzler Johann Gosztony und ihr Prediger Johann Henckel herausragten. Nach der Niederlage des ungarischen Heeres 1526 in der Schlacht bei Mohács gegen die Türken und dem Tod ihres Gemahls setzte sie sich mit großer Zähigkeit und diplomatischem Geschick für die Interessen des Hauses Habsburg ein und erreichte auf dem Reichstag von Preßburg im Dezember 1526 die Wahl ihres Bruders Ferdinand zum ungarischen König. 1531 berief sie Karl V. zur Statthalterin der Niederlande, welches Amt sie mit Geschick und Takt erfolgreich bis 1555 verwaltete. M. stand auch mit Luther und Erasmus in brieflicher Verbindung, die ihr beide ein Werk widmeten. Obwohl sie der katholischen Kirche stets treu blieb, war sie sowohl auf dem Reichstag zu Augsburg wie auch später als Statthalterin in den Niederlanden um einen Ausgleich der Konfessionen bemüht. M. zählt durch ihr kluges politisches Engagement, ihr Talent zu Organisation und Administration, ihre religiöse, literarische und musikalische Bildung sowie ihre künstlerischen Ambitionen zu den herausragenden Frauen- und Herrschergestalten der Renaissancezeit.

Literatur

Juste, Theodore: Les Pays-Bas sous Charles-Quint. Vie de Marie de Hongrie tirée des papiers d’état. Bruxelles, Leipzig, Paris 1861(2).
Ortvay, Tivadar: Mária, II. Lajos Magyar király neje (1505-1558). Budapest 1914.
Stracke , Wilhelm: Die Anfänge der Königin Maria von Ungarn, späteren Statthalterin Karls V. in den Niederlanden. (Diss.) Göttingen 1940.
Jongh, Jane de: Maria van Hongarije. 2 Bde. Amsterdam 1947/51 (engl. Fassung London 1959).
Boom, Ghislaine de: Marie de Hongrie. Bruxelles 1956.
Heiß, Gernot: Königin Maria von Ungarn und Böhmen (1505-1558). Ihr Leben und ihre wirtschaftlichen Interessen in Österreich, Ungarn und Böhmen. (Diss.) Wien 1971.
Schwob, Ute Monika: Der Ofener Humanistenkreis der Königin Maria von Ungarn. In: Südostdt. Arch. 17/18 (1974/75) 50-73.

Verfasser

Ute Monika Schwob (GND: 1050326059)

GND: 119170531


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Empfohlene Zitierweise: Ute Monika Schwob, Maria von Ungarn, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 3. Hgg. Mathias Bernath / Felix von Schroeder. München 1979, S. 96 [Onlineausgabe]; URL: https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=1293, abgerufen am: (Abrufdatum)

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