Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Konstantin X. Dukas

 Konstantin(os) X. Dukas, byzantinischer Kaiser 1059-1067, * wahrscheinlich in Paphlagonien (Kleinasien) 1006, † Konstantinopel 22.05.1067, bestattet im Kloster Flagios Nikolaos Molyboton außerhalb der Stadt, Sohn des byzantinischen Beamten Andronikos Dukas.

Leben

 K. spielte seit den dreißiger Jahren des 11. Jh.s (Komplott des Konstantin Dalassenos; vorübergehende Festungshaft des K.) am oströmischen Hofe als einflußreicher Beamter eine zunehmend wichtige Rolle. Im Jahre 1057 erscheint er als byzantinischer „General“ in den Quellen. Im gleichen Jahr vermählte er sich in zweiter Ehe, nachdem seine erste Gemahlin, eine Tochter von Konstantin Dalassenos,' vorzeitig kinderlos verstorben war, mit Eudokia Makrembolitissa, einer Nichte des Patriarchen von Konstantinopel, Michael Kerullarios. K. verband eine enge Freundschaft mit dem Usurpatorenkaiser Isaak I. Komnenos, unter dem er das Amt eines Proedros erlangte. Der Umsturz des Jahres 1059 brachte K. am 24. November auf den Kaiserthron. Die politische Bedeutung K.s blieb im ganzen gesehen gering. Wohl verstand es der Herrscher, durch eine gesunde Finanzpolitik die Kassen des Staates wieder zu füllen, doch führte umgekehrt gerade dieses übertriebene Programm der Sparsamkeit zu einer völligen Vernachlässigung des byzantinischen Heerwesens, was sich bereits vier Jahre nach dem Tode des Kaisers in der vernichtenden Niederlage der Byzantiner bei Mantzikert im Kampf gegen die in Kleinasien eingedrungenen Seldschuken auf das bitterste rächte. Der Herrscher stand der Kriegskunst völlig fremd gegenüber, wie seine einzige militärische Expedition im Winter 1064/65 gegen die Uzen, gegen die K. mit nur 150 Soldaten zog, überdeutlidi bekundet. K. bewies indessen Interesse an Literatur und Kunst; der berühmte Philosoph Michael Psellos war ihm freundschaftlich verbunden. Aus seiner Ehe mit Eudokia gingen sieben Kinder hervor (Michael, Andronikos, Konstantios, Anna, Theodora, Zoe und ein namentlich unbekannter Nachkomme), von denen Michael Dukas als Kaiser Michael VII. kurzzeitig zusammen mit seinem Bruder Konstantios das byzantinische Reich regierte (22.05.1067 -31.12.1067), während Michael VII. dann in den Jahren 1071-1078 allein herrschte.

Literatur

Ostrogorsky: 282-284.
Polemis, Demetrios I.: The Doukai. A Contribution to Byzantine Prosopography. London 1968, 28-34.

Verfasser

Peter Wirth (GND: 132882191)

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Empfohlene Zitierweise: Peter Wirth, Konstantin X. Dukas, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 2. Hgg. Mathias Bernath / Felix von Schroeder. München 1976, S. 461-462 [Onlineausgabe]; URL: https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=1169, abgerufen am: (Abrufdatum)

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