Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Ipsilanti, Constantin

Ipsilanti, Constantin (Konstantinos Ipsilantis), Woiwode der Moldau 1799-1801, 1807 und der Walachei 1802-1807, * Istanbul 1760 (1764?), † Kiev 6.07.1816, Sohn des Woiwoden Alexandru I.

Leben

 I. floh am 28. Dezember 1781 mit seinem jüngeren Bruder Dimitrie aus der väterlichen Residenz in Bukarest nach Siebenbürgen. Nach ihren eigenen Angaben wollten die beiden in die Dienste des aufgeklärten Monarchen Joseph II. treten und ihren durch westliche Lehrer geweckten Bildungsdrang befriedigen. Der Kaiser empfing sie in Wien und überredete sie, wohl um Spannungen mit der Pforte zu vermeiden, zur Rückkehr. Der Vorfall hatte keine nachteiligen Folgen für Ls spätere Laufbahn. Ab 1786 war er Agent seines Woiwode der Moldau gewordenen Vaters in Istanbul und 1796 bis 1799 Großdragoman. Alexandru I. hoffte 1797 bei seinem Rücktritt vergebens, ihn als Nachfolger auf dem walachischen Thron zu sehen. Nach Napoleons Landung in Ägypten (1798) trat I. für die Kriegserklärung der Pforte an Frankreich ein und ließ die französische Gesandtschaftskanzlei beschlagnahmen. Als Woiwode der Moldau (7.03.1799 - 10.07.1801) machte sich I. durch Mäßigung in der Steuererhebung beliebt und gewann in Rußland Vertrauen. Die vor Pazvandoglu nach Kronstadt geflohenen walachischen Bojaren verlangten Anfang 1802 Verbesserungen des Status der Donaufürstentümer und Ls Einsetzung auf Lebenszeit. Russischer Druck machte ihn daraufhin am 30. August 1802 zum Woiwoden der Walachei. Eine russisch-türkische Konvention vom 24. September sollte den Woiwoden nun eine 7jährige Regierungszeit garantieren. I. sorgte zunächst für den Abzug der sich auflösenden türkischen Truppen, indem er den ausstehenden Sold aufbrachte. Als Anfang 1803 Pazvandoglus Banden wieder mehrmals die Donau überschritten, gab er ihren Forderungen teilweise nach, warb aber zugleich Truppen an, mit denen er die Walachei fast ganz befriedete. Die seit 1804 aufständischen Serben versorgte er mit Geld, Lebensmitteln und Waffen und vermittelte ihnen die Unterstützung Rußlands. Er pflegte engen Kontakt mit der russischen Regierung und riet ihr mehrmals, die Donaufürstentümer zu besetzen. Sein Ziel war, erblicher Monarch eines unabhängigen Königreiches „Dazien“ zu werden. Unter französischem Einfluß setzte ihn die Pforte am 24. August 1806 ab und am 15. Oktober nach russischen Drohungen wieder ein, verhinderte aber damit nicht mehr den russischen Einmarsch Anfang November. I. war - um türkischen Repressalien zu entgehen - sofort nach Rußland geflohen und verhandelte im November in St. Petersburg über die Aufstellung rumänischer Truppen
 mit russischer Hilfe. Zurückgekehrt und mit der Verwaltung beider Fürstentümer betraut, unterstützte er den russischen Vormarsch mit bedeutenden eigenen Truppenteilen, die er weiter verstärkte. Die russische Regierung billigte jedoch seine dakischen Unabhängigkeitspläne nicht. Meinungsverschiedenheiten mit den russischen Generälen und einheimischen Bojaren sowie Änderungen der russischen Orientpolitik nach dem Frieden von Tilsit zwangen ihn, am 28. August 1807 auf den Thron zu verzichten. Scharf überwacht lebte er von da an als Pensionär Zar Alexanders I. in Rußland im Exil.

Literatur

Panaitescu, Petre P.: Corespondenţa lui Constantin Ipsilanti cu guvernul rusesc 1806- 1810. Bucureşti 1933.
Iorga: Histoire. Bd 8.
Vnešnaja politika Rossii XIX i načala XX veka. Dokumenty Rossijskogo Ministerstva inostrannych del. Serija I. Tom 1-4. Moskva 1960/65.
Daicoviciu: Bd 3 (mit Bibliographie).
Arš , Grigorij L.: Eteristskoje dviženie v Rossii. Moskva 1970 (mit Bibliographie).
Berindei, Dan: L’année révolutionnaire 1821 dans les Pays roumains. Bucarest 1973 (mit Bibliographie).

Verfasser

L. Maier (GND: 132689669)

GND: 122073029


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Empfohlene Zitierweise: L. Maier, Ipsilanti, Constantin, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 2. Hgg. Mathias Bernath / Felix von Schroeder. München 1976, S. 232-233 [Onlineausgabe]; URL: https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=1011, abgerufen am: (Abrufdatum)

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