Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Ignatios, Metropolit der Walachei

Ignatios (mit weltlichem Namen Ioannis Babalos-Kakugdos), Metropolit der Walachei, * Mytilene 1766, † Pisa 12.09.1828.

Leben

Nach raschem Aufstieg beim Patriarchat in Konstantinopel wurde I. 1794 Bischof von Arta. 1803 legte er als Vertreter Ali Paschas von Janina, der sich 1796 seines Bistums bemächtigt hatte, Streitigkeiten mit der Ionischen Republik bei. 1805 floh er und begab sich in Korfu unter russischen Schutz. 1807 beteiligte er sich als Befehlshaber einer Truppe griechischer Festlandsflüchtlinge an der Verteidigung von Leukas gegen Ali Pascha, wobei ihm die schon in Arta geknüpften Kontakte zu griechischen Aufständischen zustatten kamen. Nach dem Frieden von Tilsit 1807 mußte er mit den russischen Truppen die Ionischen Inseln verlassen und reiste nach Rußland. Im Mai 1810, nach der russischen Besetzung der Donaufürstentümer, setzte ihn der St. Petersburger Synod als Metropolit in Bukarest ein. Dort regte er die Gründung einer „Griechisch-dakischen literarischen Gesellschaft“ an, die eine Zeitschrift herausgab, für eine der Volkssprache nahe griechische Schriftsprache eintrat und sich um das Erscheinen von Lehrbüchern bemühte. Er reorganisierte und erweiterte die Bukarester fürstliche Akademie und brachte den Unterricht auf das Niveau seiner Zeit. Weil er sich zu stark als Gegner der Türken exponiert hatte, floh er im August 1812 nach Österreich, als die russischen Truppen nach dem Frieden von Bukarest die Donaufürstentümer wieder räumten. In Wien gründete er gemeinsam mit seinem Freund Ioannis Kapodistrias die „Philomusen-Gesellschafl“ und benützte den Wiener Kongreß zu griechischer nationaler Propaganda. Ende 1815 ließ er sich in Pisa nieder, wo er in den innersten Kreis der „Filiki Eteria“ aufgenommen wurde, die den griechischen Aufstand von 1821 vorbereitete. Er mißbilligte zwar ihr Losschlagen als verfrüht, unterstützte aber die Aufständischen, indem er Kontakte zu den westeuropäischen Höfen, den Philhellenen und Exilgriechen herstellte, bis zu seinem Tod.

Literatur

Protopsaltis, Emmanuel G.: Ignatios mitropolitis Houngrovlachias. 2 Bde. Athen 1959/61.
Botzaris, Notis: Visions balkaniques dans la préparation de la révolution grecque (1789- 1821). Genève, Paris 1962 (mit Bibliographie).
Camariano, Nestor: Sur l’activité de la „Société Littéraire Gréco-Dacique“ de Bucarest (1810-1812). In: Rev. Ét. sud-est europ. 6 (1968) 39-54.
Camariano-Cioran, Ariadna: Academiile domneşti din Bucureşti şi Iaşi. Bucureşti 1971.

Verfasser

L. Maier (GND: 132689669)

GND: 1082572446


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Empfohlene Zitierweise: L. Maier, Ignatios, Metropolit der Walachei, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 2. Hgg. Mathias Bernath / Felix von Schroeder. München 1976, S. 216-217 [Onlineausgabe]; URL: https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=1000, abgerufen am: (Abrufdatum)

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