Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Vitéz, János

Vitéz, Johann (János), Erzbischof von Gran und Kanzler Ungarns, * Zredna (Komitat Körös) 1408, † Gran (Esztergom) 9.8.1472, aus niederem Adel des Komitats Körös (Slawonien).

Leben

V. studierte in Italien und eignete sich an der Seite von Pietro Paolo Vergerio d.Ä. die humanistische Bildung an. Nach seiner Rückkehr trat er 1433 in die königliche Kanzlei Sigismunds ein und wurde bald Urteilsmeister und Domherr zu Wardein (1437). Seine innige Freundschaft zu Johann Hunyadi band ihn an dessen Partei, und diese gewann in V. einen hochgebildeten Wortführer und auch vorzüglichen Erzieher für die Flunyadi-Söhne Ladislaus (László) und Matthias. Für V. selbst war seine Parteiwahl ebenfalls von Vorteil: er wurde 1445 Bischof von Wardein und 1452 Kanzler von Ungarn, welche Stellung er auch später, als er Erzbischof von Gran geworden war (1465), beibehielt.
V. führte zahlreiche schwierige diplomatische Missionen aus, in Ungarn selbst sowie im Ausland, und spielte eine wichtige Rolle bei der Königswahl von Matthias I. Corvinus (1458). Er war ein eifriger Befürworter der Zentralisation und Gegner der Parteienpolitik der Magnaten. Als feste Stütze und väterlicher Ratgeber seines königlichen Schützlings erkannte V. jedoch mit Unmut, daß dieser sich immer selbständiger erwies und seine Ratschlage weniger beachtete. Er verübelte ihm die Besteuerung der kirchlichen Güter und Einkünfte und vor allem, daß der Türkenkampf zugunsten dynastischer Pläne in Böhmen, Österreich und Polen in den Hintergrund geriet. Als 1471 eine große Koalition dieser drei Mächte gegen Matthias zustande kam, schien es V., daß sein König die Kräfte Ungarns überspannte und damit das Land ins Verderben führte. Er organisierte eine Verschwörung, um den polnischen Königssohn Kasimir (IV.) auf den Thron zu setzen. Sein Vorhaben wurde entdeckt, er selber gefangengenommen und nach kurzer Haft gedemütigt freigelassen. Er starb bald darauf.
V.' Tätigkeit als Humanist war von großer Bedeutung für Ungarn, und zwar weniger als Schriftsteller - er hinterließ nur zwei Bände von Briefen und Reden - sondern als Mäzen: seine Bibliothek und sein Humanistenkreis in Gran waren ein Muster für viele seiner Zeitgenossen; er lud viele fremde Humanisten nach Ungarn ein, die in diesen Kreis Eingang fanden und den Ruhm der ungarischen Renaissance verbreiteten. Er gründete die Universität von Preßburg (1464), die aber nach seinem Tode langsam verfiel. Außerdem ermöglichte er durch seine Spenden die Auslandsstudien vieler junger Ungarn, zu denen auch sein Neffe, der Dichter Janus Pannonius, gehörte.

Literatur

Joannis de Zredna epistolae 1445-1451. Vindobonae 1746. = Scriptores rerum Hungaricarum veteres ac genuini. Bd 2. Hrsg. Joannis Georgii Schwandtner.
Fraknói, Vilmos: Vitéz János esztergomi érsek élete. Budapest 1879.
Ders.: Vitéz János levelei és beszédei. Budapest 1887.
Bunyitai, Vincze: A váradi püspökség története. 3 Bde. Nagyvárad 1883/84.
Kardos, Tibor: Stilustanulmányok Mátyás király kancelláriájáról. Pécs 1933.
Ders.: A magyarországi humanizmus kora. Budapest 1955.
Mályusz, Elemér: A magyar rendi állam Hunyadi korában. In: Századok 91 (1957) 46-123, 529-602.  

Verfasser

I. Hunyadi (GND: 103729569)


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