Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas

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Tranovský, Juraj

Tranovský (Tranoscius), Juraj, slowakischer Dichter schlesisch-mährischer Abstammung, einer der führenden Repräsentanten der geistlichen Poesie in der Slowakei, * Teschen 9.04.1592, † Liptovský Svätý Mikuláš 29.05.1637.

Leben

T. wirkte als evangelischer Pfarrer und Prediger zunächst in Walachisch-Meseritsch (Valašské Meziříčí, 1616-1625), dann in Bielitz (Bielsko bei Teschen, 1626-1629) sowie in Liptovský Svátý Mikuláš (1629-1637). In die Slowakei kam er als religiös Verfolgter.
T. wurde berühmt durch seine beiden Sammelbände geistlicher Poesie. 1629 gab er in Brieg die „Odarum sacrarum libri tres“ heraus und 1636 in Leutschau das Gesangbuch „Cithara sanctorum“, das den slowakischen Protestanten lange Zeit als eine der größten Sammlungen religiöser Lieder diente.
Die „Odarum sacrarum libri tres“ beinhalten Verse, die von Barockmystizismus, naturalistischer Schilderung der höllischen Qualen, abstrakten symbolischen Bildern und religiösem Pathos gezeichnet sind. Als Vorbild diente hier die Bibel. Das Ziel seiner Poesie war eine Feier der „himmlischen Heimat“. T. wollte mit diesen Versen den Menschen zu einer Vertiefung des religiösen Glaubens und zu seiner Hinrichtung auf das Fortleben nach dem Tode führen.
Mit dem Kirchengesangbuch „Cithara sanctorum“ erlangte T. unsterblichen Ruhm. Der Autor gab es aus Mangel an religiösen Gesangbüchern heraus. In ihm sind 414 Lieder überwiegend alttschechischer Herkunft enthalten, die meistens einen gottesdienstlichen Charakter haben und dem irdischen Leben und seinen Sorgen vollkommen entrückt sind. Es enthält teilweise Übersetzungen aus dem Lateinischen und Deutschen, und etwa 90 Lieder setzte T. selbst zusammen. T. charakterisiert auf der Einführungsseite seine Sammlung als „Geistliche Lieder, alte und neue, die die christliche Kirche bei Jahresfeiern und Andenken, als auch in allen ihren Bedürfnissen, öffentlichen und besonderen, mit vielen Gedeihen verwende. Zu diesen sind Lieder von Martin Luther hinzugetan, alle aus der deutschen Sprache in unsere slowakische übersetzt“.
T.s „Cithara sanctorum“ zeigt, daß sich der Autor hauptsächlich für das religiöse Lied interessierte. Das beweisen sowohl seine Übersetzungen als auch die Lieder, die er selbst verfaßte. Man findet nur selten Andeutungen an gesellschaftliches Leben und auch die große Sorge vor der drohenden Türkengefahr wird nicht berührt. Alle Lieder sind von einer biblischen Symbolik gekennzeichnet. Die Lieder heimischer Herkunft - etwa 33 - stammen aus dem Anfang des 17. Jh.s. Mit diesem Gesangbuch machte sich T. um die Verbreitung der kultivierten tschechischen Sprache in der Slowakei verdient. Es verwundert jedoch, daß sich T. den Reformationskämpfen fernhielt, und es überrascht genauso, daß er es vermied, die tschechische Sprache ins Slowakische zu übertragen, was ein typisches Merkmal des religiösen Liedes der slowakischen Katholiken im 17. Jh. war.

Literatur

Haan, Ludovít: Cithara sanctorum, jeji historia. Pešť 1873.
Mocko, Ján: Životopis Juraja Tranovského. Senica 1891.
Ders.: Životopisy slovenských cirkevných spevcov. Liptovský Mikuláš 1911.
Kvačala, Ján: Dějiny reformácie na Slovensku. Liptovský Mikuláš 1935.
Ludvíkovský, Jaroslav: Tři kapitoly o Třanovského latinské duchovní lyrice. In: Bratislava 10 (1936).
Sborník Tranovského. Red. Š. S. Osuský. Liptovský Mikuláš 1936.
Vilikovský, Ján: Duchovní poesie Třanovského. In: Bratislava 10 (1936).
Ďurovič, Ján: Životopis Juraja Tranovského. Liptovský Mikuláš 1942.
Minárik, Jozef: K vývinu slovenskej duchovnej poézie. In: Slov. lit. 2 (1955) 25-41.
Gogolak: Bd 1, 69-84, 173-179.

Verfasser

I. Kružliak (GND: 1090446543)


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