Arianiti, Gjergj

GND: 1105495833

Arianiti, Gjergj, albanischer Feudalherr und Heerführer, * um 1400, † Durazzo oder Skutari um 1463.

Leben

In den meisten Quellen Georg Arianiti Thopia Golem Komneno genannt, wobei nach Babinger Georg eine reine Erfindung, Golem (d. h. der Große) ein Beiname sein dürfte, beherrschte er die Çermenika in Mittelalbanien, Teile von Mokrra und Shpati. Der Name Komneno rührt von der Heirat eines Vorfahren namens Golem mit einer Komnenenprinzessin, deren Name nicht bekannt ist, her.
A. war zweimal verheiratet, mit Maria Musachi, deren Tochter Andronica > Skanderbeg heiratete, und mit Pietrina, Tochter von Oliviero Francone, Baron von Taurisano.
A. setzte sich bald an die Spitze des Widerstandes gegen die Türken, denen er 1433 eine erste Niederlage bei Kurvelesh beibrachte, worauf ihn Papst Eugen IV., Alfons V. von Aragon und Kaiser Sigismund unter ihren Schutz stellten. 1434 schlug er erneut ein osmanisches Heer im Shkumbital; 1438/39 kam es wieder zu Kämpfen gegen die Türken, worauf A. in das Gebiet von Skrapari und Tomorica flüchten mußte, wo er seinen Kleinkrieg gegen die Türken fortsetzte. Murad II. sah sich gezwungen, ihm stillschweigend das Gebiet zwischen Shkumbi und Vijosa als Herrschaftsgebiet zuzuerkennen. Es war jedoch ein kurzfristiger Frieden - 1443/44 griff er erneut die Türken im Gebiet von Elbasan, Tepelena und Vokopole an. 1451 war A. gezwungen, ein Bündnis mit Alfons V. von Aragon einzugehen; als er von dort keine ausreichende Hilfe erhielt, wechselte er auf venezianische Seite über, erhielt den Titel eines venezianischen Kapitäns, aber auch keinerlei praktische Hilfe. Vom Ruhm seines Schwiegersohnes Skanderbeg überstrahlt, starb er auf venezianischem Herrschaftsgebiet.

Literatur

Babinger, Franz: Das Ende der Arianiten. München 1960. = Sitzungsberichte der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Philosphisch-historische Klasse. H. 4.
Ders.: Arianiti Comneno, Schwiegervater Skanderbegs. In: Stud. Alban. 1 (1964) 1, 139-147.

Verfasser

Peter Bartl (GND: 133417492)

Empfohlene Zitierweise: Peter Bartl, Arianiti, Gjergj, in: Biographisches Lexikon zur Geschichte Südosteuropas. Bd. 1. Hgg. Mathias Bernath / Felix von Schroeder. München 1974, S. 94 [Onlineausgabe]; URL: https://www.biolex.ios-regensburg.de/BioLexViewview.php?ID=475, abgerufen am: 27.09.2020